Welcher Hahn kräht nicht?

Seit einer Woche lebt Natalia in einem Haus mit Wasseranschluss. Dafür musste die Mutter von vier Kindern nicht einmal umziehen. Vorher wurde jeder Tropfen in großen Milchkannen herangeschleppt, Kochen, Waschen, Putzen waren doppelt erschwerlich, an Duschen kaum zu denken. Die zuständige Verwaltung hatte versprochen, die umliegenden Häuser ans Wassernetz anzuschließen. Es passierte lange nichts, obwohl die Anschlussgebühren schon bezahlt waren.

Das wollte Pfarrer Aga aus Orhei nicht so hinnehmen. Aus Mitteln des Nothilfefonds von Fortotschka beauftragte er ein Unternehmen mit der Verlegung der Wasserleitung. Deren Abmessungen wurden so ausgelegt, dass auch die Nachbarn sich problemlos an die ebenfalls eingebaute Verteilstelle anschließen können. Denn Wasser ist kein Luxus, sondern seit 2010 sogar ein Menschenrecht.

Dieser Klotz wird die Verteilstelle für die ganze Nachbarschaft.
Natalia mit ihren Kindern und Pfarrer Aga

Der neue Rundbrief ist fertig

Es geht wieder um die Hilfe, die wir leisten konnten und Erfolge, die es zu verzeichnen gab. Besonders freuen wir uns, dass es durch Bundesmittel und weitere Spenden möglich geworden ist, die Nachtunterkunft in Orhei auf ein solides Fundament zu stellen!

Die diesjährige Mitgliederversammlung steht am 02. Oktober an und wird dieses Jahr online stattfinden. Näheres dazu im Rundbrief.

Hier ist Sie!

Die komplett neu aufgesetzte Seite von Fortotschka ist im Netz! Aktuelle Berichte, Infos zum Verein und alle Rundbriefe seit der Gründung. Auf fortotschka.de finden Interessierte, Mitglieder und potentielle Spender einen Spiegel der Aktivitäten des Vereins.

Verein in der Zeitung

Der Spendenaufruf für die Nachtunterkunft in Orhei hat es bis in die Coburger Lokalpresse geschafft! Am 15.06.2020 veröffentlichte die Neue Presse Coburg unten stehenden Artikel. Wir danken für diese Unterstützung! Gute Nachrichten gibt es auch aus Moldawien: Pfarrer Aga gegenüber sagten eine Privatperson und eine karitative Organisation aus Italien insgesamt weitere 4.000 € an jährlicher Unterstützung für die Nachtunterkunft zu!

Weinen und Beten

Manche Menschen werden im Angesicht der Not böse auf Gott: „Warum lässt du das zu?“ Warum muss ein Mädchen wie Marina im Waisenheim aufwachsen, obwohl Vater und Mutter leben? Sie ist eines von neun Geschwistern, mittlerweile lebt sie wieder beim Vater. Der leidet an einer starken Leberzirrose und kann daher auch kaum zum Lebensunterhalt beitragen. Außerdem ist Marina vor kurzem Mutter geworden, mit 17 Jahren. Zum Leben hat sie etwa dreißig Euro monatlich, die Miete allein kostet 45 €. Zum Heulen. Und es bringt auch nichts, Schuldige zu suchen, weder Menschen noch Gott. Dieser Reflex lenkt nur davon ab, Mitleid zuzulassen. Es ist zum Heulen, also dürfen wir auch heulen. Und dann können wir uns daran machen, wie Pfarrer Aga ein paar Vorräte zu sammeln für Marina, haltbare Lebensmittel, Windeln, so was. Denn das ist besser als nichts. Und dann können wir dafür beten, dass Pfarrer Aga den Gemeinderat für diese sozialen Notlagen sensibilisieren kann. Damit sich daran etwas ändert.

Solidarität in der Krise

Für die Benachteiligten da zu sein, ist mehr den je von fundamentaler Bedeutung – für die Einzelne wie für die Gesellschaft. Roma erfahren in Moldawien alltäglich Diskriminierung und Ablehnung – wie in den meisten Ländern Europas seit 800 Jahren. Die damit einhergehende Armut ist in diesen Zeiten ein doppelter Fluch. Mit Lebensmittelspenden von Fortotschka versucht Pfarrer Aga, einer Romafamilie aus Sălişte in ihrer Bedrängnis beizustehen und Zeichen zu setzen.

Das Brot des Lebens

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Das vergangene Osterfest war in vieler Hinsicht seltsam. Und doch gilt Jesu Zusage weiter: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33). Diese Überwindung der Welt ist immer eine Verbrüderung mit den Schwachen und Bedürftigen. Pfarrer Aga in Ohrei lebt in und mit dieser Hoffnung. Zum Osterfest brachte er 12 alten, bedürftigen Menschen das traditionelle Osterbrot mitsamt einem Korb voll Lebensmittel, gespendet von Fortotschka e.V. Jetzt, da vielen Menschen die ohnehin geringen Einkommen wegbrechen und die Lebensmittelversorgung auf dem Land schwieriger wird, droht der armen Bevölkerung der Hunger.

Hilferuf aus St. Petersburg

Bei aller Schönheit einer Stadt und allen Möglichkeiten die sie bietet, leben in ihr doch auch immer Menschen, denen der Ertrag ihrer Arbeit kaum zum Leben reicht. So auch in St. Petersburg. Vor zwei Monaten erreichte uns von dort der Hilferuf von Wiktor Dragoweiko. Er arbeitet schwarz auf dem Bau. Der Lohn ist niedrig und schwankend. Er konnte seine Miete nicht zahlen und der Vermieter drohte, ihn mitsamt Frau und Tochter auf die Straße zu setzen.
Fortotschka hat zum Grundsatz, dass ein solcher Fall zuallererst von einem kompetenten Partner vor Ort in Augenschein genommen werden muss. Danach entscheiden der Partner vor Ort und wir, welche Hilfe gewährt werden kann. So lief es auch hier. Pfarrer Marhefka aus St. Petersburg traf sich mit Wiktor. Daraufhin übernahm Fortotschka für zwei Monate die Miete der Familie (insges. 400€). Wiktor qualifiziert sich aktuell in einem Kurs weiter, dessen Kosten in Höhe von 300€ ebenfalls Fortotschka übernahm. Fall alles klappt, kann er so genug Geld verdienen um die Miete zu zahlen und auch den zwei Töchtern bei ihrer Ausbildung zu helfen.

Neuer Rundbrief

Der neue Rundbrief ist online. Natürlich erzählt der Rundbrief von den selben Schicksalen, die auch hier und auf Facebook umrissen werden. Wir halten allerdings an diesem Format fest, weil es die Möglichkeit einer Zusammenschau bietet. Zu Beginn jedes Rundbriefes findet Ihr auch immer ein persönliches Grußwort mit unterschiedlichen Gedankenanstößen. Zu guter Letzt fungiert unser Rundbrief auch als Bekanntmachung von Belangen des Vereines Fortotschka e.V. Der Termin für die Mitgliederversammlung in diesem Jahr hätte beispielsweise dieses Mal veröffentlicht werden sollen, aufgrund der Kontaktbeschränkungen muss das verschoben werden.
Viel Freude beim Lesen, wir freuen uns ebenfalls über Rückmeldungen!

Es wird!

Vor einigen Wochen brannte das Haus der Familie Melnic. Mit der Hilfe von Fortotschka, den „Freunden Rumäniens“ und einem kleinen Zuschuss von der Stadt Orhei konnte Baumaterial beschafft werden. Jetzt ist schon zu erkennen, welches Zimmer wo sein wird. Und nicht zu früh, denn auch in Moldawien ist das öffentliche Leben im Zuge der Pandemie stark verlangsamt. In Krisen sind arme und Hilfsbedürftige Menschen oft besonders stark von den negativen Auswirkungen betroffen.