Hilfe vor Ort

Macht die Türen auf, macht die Herzen weit

Pünktlich zum orthodoxen Weihnachtsfest bekommen Menschen ohne Obdach in Orhei eine Bleibe. Das „St. Spyridon – Nachtunterkunft für Obdachlose“ wurde am siebten Januar mit einer kurzen Zeremonie eingeweiht. Mit dabei war auch der Fernsehsender TVR aus Rumänien. Pfarrer Aga erläuterte vor der Kamera, dass die Nachtgäste sich waschen, etwas zu Essen bekommen und bei Bedarf auch eingekleidet werden. Drei der Kurzzeitbewohner waren bei der Feierlichkeit zugegen und bekamen jeder ein Paket mit Kleidung und Pantoffeln zu Weihnachten. Auch Jesus Christus wurde in einer temporären Unterkunft geboren und bekam Geschenke. Ein guter Grund, sich um all diejenigen zu kümmern, die ebenso schutzbedürftig sind wie das kleine Kind in der Krippe.

Erste Gäste

Vova heißt der erste Übernachtungsgast im „St. Spyridon – Nachtunterkunft für Obdachlose“. Noch vor der Eröffnungsfeier übernachtete er am zweiten Januar zum ersten Mal in den nagelneuen Betten des Projektes. Kurz zuvor war der lang ersehnte Gasanschluss verlegt worden. Nun geht es los!

Ein gutes Ende – ein neuer Anfang

Vor über einem Jahr half Fortotschka e.V. mit 1.500€ dabei ein Gebäude zu renovieren, um dort für sechs junge Menschen mit Behinderung betreutes Wohnen zu schaffen. Auch andere Geldgeber beteiligten sich. Dieser Umbau ist nun abgeschlossen und das Projekt feierlich eröffnet worden. Pfarrer Aga, der den Kontakt zu dem Projekt hergestellt hatte, segnete das Gebäude ein. Die neuen Bewohner waren sichtlich zufrieden!

Flucht vor der Kälte

Nun ist auch die zweite Hälfte des von Pfarrer Aga gekauften Brennholzes dort, wo sie gebraucht wird: Bei Alina und ihren zwei Kindern. Die junge, alleinstehende Mutter hatte bis vor kurzem noch bei Bekannten übernachtet, weil sie es sich nicht leisten konnte, zuhause zu heizen. Sie und eine weitere Familie aus dem Dorf „Susleni“ freuen sich sehr über die Lieferung! Der Winter kann kommen.

Zum Nikolaustag

Kurz vor dem Nikolaustag eifert Pfarrer Aga diesem frühchristlichen Vorbild nach und beschenkt die Armen – mit Feuerholz. Viele Menschen, zumal die ärmsten, heizen und kochen in Moldawien mit Holz. Der Brennstoff ist in den letzten Jahren stetig teuerer geworden. Gerade Ältere und Alleinstehende können dadurch oft kaum mehr heizen. Ein klarer Fall für Fortotschkas Nothilfefond. Fünf Festmeter im Wert von 200 € hat Pfarrer Aga an drei Haushalte verteilt, die gleiche Menge wartet noch auf die Zustellung zu zwei weiteren Familien. Für den Transport fanden sich Freiwillige mit einem Traktor. Und das Dorf, in dem die drei beschenkten Haushalte wohnen heißt – Nicolăeuca, was auch nach Nikolaus klingt.

Zusammen geht mehr

Gerade in der Pandemie ist das Gesundheitssystem in Moldawien vielerorts überfordert, es fehlt an Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und Ausrüstung. Pfarrer Aga hat in Zusammenarbeit mit dem Verein „STICHTING S. M. H. O.” aus den Niederlanden einen Hilfstransport organisiert, der Masken, Kittel sowie Desinfektions- und Reinigungsmittel an die Krankenhäuser in Orhei und Rezina verteilte. Mit dabei waren auch 20 elektrisch verstellbare Betten, wie sie in Pflegeheimen verwendet werden. Fortotschka e.V. beteiligte sich an den Kosten für Administration und das Verteilen der Hilfsgüter mit insgesamt 180€.

Aus der Mitgliederversammlung

Das Kind hat einen Namen: Das im Bau befindliche Projekt für Obdachlose in Orhei heißt von nun an auf deutsch „St. Spyridon – Nachtunterkunft für Obdachlose“. Das wurde auf der Mitgliederversammlung von Fortotschka e.V. am 02.10.2020 beschlossen. Außerdem wechselt Tom Hollander auf den Posten des 1. Vorsitztenden, Arkadiusz Paluszek ist nun zweiter Vorsitzender und Anja Hollander wurde in ihrem Amt der Schatzmeisterin bestätigt. Vielen Dank allen Menschen, die teilgenommen haben.

Sie haben eine Waschmaschine gekauft …

Menschen in Not brauchen vor allem: Eine Ansprechpartnerin. Zum Reden und zum Handeln. Viele Menschen aus Orhei haben in Pfarrer Aga ein hilfsbereites Gegenüber gefunden. Mit pfiffigen Ideen und zwei offenen Ohren steht er Menschen beiseite. Außerdem gibt er sich größte Mühe, die Bedüfrnisse der Armen auch im Stadtrat gegen eine manchmal indifferente Mehrheit zu verteidigen. Bedürfnisse von Menschen wie Tatiana. Als Waise in einem Heim aufgewachsen, hat sie früh geheiratet. Nach der Geburt des ersten Kindes starb ihr Mann unerwartet. Nun lebt sie allein mit ihren mittlerweile drei Kindern und winziger Sozialhilfe auf dem Land. Noch vieler solcher Schicksale wird sich Pfarrer Aga annehmen, annehmen müssen. Um mit diesen Menschen kleine Schritte zu tun hin zu einer Welt, in der niemand mehr Not leiden muss. Ein solcher Schritt ist manchmal, so banal das klingen mag, die Anschaffung eines Haushaltsgerätes – in diesem Fall: Einer (halbautomatischen) Waschmaschine.

Welcher Hahn kräht nicht?

Seit einer Woche lebt Natalia in einem Haus mit Wasseranschluss. Dafür musste die Mutter von vier Kindern nicht einmal umziehen. Vorher wurde jeder Tropfen in großen Milchkannen herangeschleppt, Kochen, Waschen, Putzen waren doppelt erschwerlich, an Duschen kaum zu denken. Die zuständige Verwaltung hatte versprochen, die umliegenden Häuser ans Wassernetz anzuschließen. Es passierte lange nichts, obwohl die Anschlussgebühren schon bezahlt waren.

Das wollte Pfarrer Aga aus Orhei nicht so hinnehmen. Aus Mitteln des Nothilfefonds von Fortotschka beauftragte er ein Unternehmen mit der Verlegung der Wasserleitung. Deren Abmessungen wurden so ausgelegt, dass auch die Nachbarn sich problemlos an die ebenfalls eingebaute Verteilstelle anschließen können. Denn Wasser ist kein Luxus, sondern seit 2010 sogar ein Menschenrecht.

Dieser Klotz wird die Verteilstelle für die ganze Nachbarschaft.
Natalia mit ihren Kindern und Pfarrer Aga