Hilfe vor Ort

Hilferuf aus St. Petersburg

Bei aller Schönheit einer Stadt und allen Möglichkeiten die sie bietet, leben in ihr doch auch immer Menschen, denen der Ertrag ihrer Arbeit kaum zum Leben reicht. So auch in St. Petersburg. Vor zwei Monaten erreichte uns von dort der Hilferuf von Wiktor Dragoweiko. Er arbeitet schwarz auf dem Bau. Der Lohn ist niedrig und schwankend. Er konnte seine Miete nicht zahlen und der Vermieter drohte, ihn mitsamt Frau und Tochter auf die Straße zu setzen.
Fortotschka hat zum Grundsatz, dass ein solcher Fall zuallererst von einem kompetenten Partner vor Ort in Augenschein genommen werden muss. Danach entscheiden der Partner vor Ort und wir, welche Hilfe gewährt werden kann. So lief es auch hier. Pfarrer Marhefka aus St. Petersburg traf sich mit Wiktor. Daraufhin übernahm Fortotschka für zwei Monate die Miete der Familie (insges. 400€). Wiktor qualifiziert sich aktuell in einem Kurs weiter, dessen Kosten in Höhe von 300€ ebenfalls Fortotschka übernahm. Fall alles klappt, kann er so genug Geld verdienen um die Miete zu zahlen und auch den zwei Töchtern bei ihrer Ausbildung zu helfen.

Neuer Rundbrief

Der neue Rundbrief ist online. Natürlich erzählt der Rundbrief von den selben Schicksalen, die auch hier und auf Facebook umrissen werden. Wir halten allerdings an diesem Format fest, weil es die Möglichkeit einer Zusammenschau bietet. Zu Beginn jedes Rundbriefes findet Ihr auch immer ein persönliches Grußwort mit unterschiedlichen Gedankenanstößen. Zu guter Letzt fungiert unser Rundbrief auch als Bekanntmachung von Belangen des Vereines Fortotschka e.V. Der Termin für die Mitgliederversammlung in diesem Jahr hätte beispielsweise dieses Mal veröffentlicht werden sollen, aufgrund der Kontaktbeschränkungen muss das verschoben werden.
Viel Freude beim Lesen, wir freuen uns ebenfalls über Rückmeldungen!

Es wird!

Vor einigen Wochen brannte das Haus der Familie Melnic. Mit der Hilfe von Fortotschka, den „Freunden Rumäniens“ und einem kleinen Zuschuss von der Stadt Orhei konnte Baumaterial beschafft werden. Jetzt ist schon zu erkennen, welches Zimmer wo sein wird. Und nicht zu früh, denn auch in Moldawien ist das öffentliche Leben im Zuge der Pandemie stark verlangsamt. In Krisen sind arme und Hilfsbedürftige Menschen oft besonders stark von den negativen Auswirkungen betroffen.

Echte Notfälle

Hierzulande spielt die Gesellschaft gerade durch, was es bedeutet, sich auf Krisen vorzubereiten, gegen die keine Versicherung hilft. In Moldawien sind die meisten Menschen von umfassendem Versicherungsschutz weit entfernt. So auch Familie Melnic. Vor wenigen Wochen ist Feuer in ihrem kleinen Zuhause ausgebrochen und hat es völlig unbewohnbar gemacht. Sofort startete Pfarrer Aga einen Appell in der Gemeinde Orhei und konnte Decken, Lebensmittel und andere Gebrauchsgegenstände für die Familie sammeln. Gemeinsam mit der Leitung von Fortotschka wurde daraufhin der Beschluss gefasst, Mittel für eine neue Behausung bereitzustellen. Das Material wurde prompt geliefert und die überglückliche Familie ist bereits eifrig mit dem Bau beschäftigt.
Es wird sicher kein Palast, aber für 1000 € von Fortotschka und einer Privatspende von 300 € kann in Moldawien aus einem Stall ein Wohnhaus werden. Man nehme dazu: 1250 Steine für den Kamin, eine Palette Zement, einen Haufen Sand, Stahlarmierungen und 9,5 Kubikmeter Betonbausteine sowie einige Fenster. Gut verrühren, geschickt stapeln, fertig ist das Eigenheim.

Erleuchtung

Gleichnisse zum Thema Licht gibt es zuhauf in allen Religionen. Am bekanntesten ist hierzulande vielleicht das Licht, welches nicht unter einen Eimer sondern oben auf den Schrank gestellt werden soll, damit es allen im Haus leuchte (vergleiche Mt 5, Mk 4, Lk 8). Umso schlimmer, wenn gar kein Licht im Haus ist! Das gilt übertragen für den Glauben und konkret für den Stromanschluss. Die Familie von Elena hatte, teils aus eigenem Verschulden, keinen mehr und lebte im Dunkeln. Zeit ihnen ein Licht aufzustecken. Pfarrer Aga trieb sogar zwei Elektriker auf, die das ganze zum Sachkostenpreis bewerkstelligten. Und er hofft, dass es der Familie Ansporn sei, Ihr Licht leuchten zu lassen für sich und für andere.

Irina

Selbst in großem Leid können Liebe und Güte ganz nah sein. Christen bezeichnen das als die Nähe Gottes, die Menschen hilft, sich nicht in Schmerz und Furcht, Sorge und Angst zu verlieren. Die vierzigjährige Irina aus Orhei spürt offenbar diese Nähe und hat sie bitter nötig: Eine bösartige Vergrößerung eines Lympknotens bereitet ihr unsägliche Schmerzen. Dabei möchte sie so gerne für Ihre drei Kinder da sein, die alle noch in die Schule gehen. Pfarrer Aga war tief ergriffen von dem Kampf dieser Frau, die bei aller körperlicher Gebrechlichkeit doch im Geiste gesund und stark geblieben ist. Als Außenstehende können wir manchmal nur hilflos unsere eigene Ohnmacht eingestehen. Hoffentlich sind die fünf Raummeter Brennholz, die Pfarrer Aga mit Mitteln aus dem Nothilfefond an die Familie übergab für Irina ein Zeichen menschlicher Nähe.

Schaffe, schaffe, Häusle baue!

Seit Beginn der Planungen zum Obdachlosenheim in Orhei steht für uns fest: Es braucht von Anfang an eine solide Finanzierung! Die kann nur von Menschen aufgebracht werden, welche von dem Projekt überzeugt sind. Nur so kann den obdachlosen Menschen in Orhei Hoffnung gegeben werden. Über die Seite www.ichspende2000.de wirbt Arkadiusz Paluszek bei anderen Unternehmern dafür, zusammen diese Aufgabe anzugehen. Bis jetzt erreichten uns erfreulicherweise bereits 14.000 € an Zusicherungen. Damit fehlen für das erste Projektjahr nur noch 4.000 €. Es ist zu schaffen!

Furchtlos ins Neue Jahr

Es ist wohl nicht zu viel gesagt, Olesea Lungu eine unerschrockene junge Mutter zu nennen. Jung ist sie, denn sie besucht noch die dreizehnte Klasse. Vor kurzem brachte sie eine kleine Tochter zur Welt und muss nun aus dem Internat in eine eigene Wohnung ziehen. Zu ihren Eltern kann sie nicht, die sind schon vor Jahren gestorben. Auch der Vater des Kindes ist keinerlei Hilfe. Pfarrer Aga war von Oleseas Entschlossenheit tief berührt, die allen Widrigkeiten zum Trotz zu ihrer Tochter steht. Mit Mitteln aus dem Nothilfefonds von Fortotschka hat er für die frisch getaufte Camelia auf drei Monate Windeln und Milchpulver gekauft.

Armut im Zaum halten

Armut kann den Reichtum Demut lehren. Das zeigt auf ergreifende Weise der Lebenswandel von Petrea: Der schlaksige Mann mit den scheuen Augen hat vor Jahren sein rechte Bein verloren und lebt alleine auf dem Land. Seine Frau ist mit der kleinen Tochter in ein anderes Dorf gezogen. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich mit dem Nähen von Pferdegeschirr, wie es in Moldawien für die Arbeitspferde noch häufig benötigt wird. Alle anderen häuslichen Tätigkeiten, denen Petrea stoisch nachgeht, sind Handarbeit. Von dem Ertrag kann er gerade so leben.

Um seine Einkommenssituation zu verbessern, trieb Pfarrer Aga eine Nähmaschine für Leder und derbe Stoffe auf. Die gut erhaltene Gebrauchte steht nun bei Petrea unter dem Vordach. Bei der Gelegenheit wurden gleich noch Riemen für mehrere Geschirre erstanden. Mit dieser kleinen Anschubfinanzierung durch Fortotschka kann Petrea bald nicht nur sich selbst über Wasser halten, sondern auch zum Lebensunterhalt seiner Tochter beitragen.